Großbritannien lockert strenge nationale Auflagen für Gastjäger

Schottland

 

Der Europäische Feuerwaffenpass (EFP), der auf der Grundlage eines Vorschlags von FACE an den damaligen Rapporteur im Europäischen Parlament mit der EU-Feuerwaffenrichtlinie in 1991 eingeführt worden war, ist eine der seltenen Initiativen der EU, die sich wahrhaftig als positiv für die Jagd und die Jäger erweist. Im Laufe der Zeit ist er zu einer Art Reisepass geworden, der die Bewegungsfreiheit von Jägern und Sportschützen innerhalb der EU erheblich erleichtert hat (und sogar darüber hinaus, da auch Norwegen und die Schweiz den Einsatz dieses Dokuments akzeptieren).

Drei Mitgliedstaaten jedoch – nämlich Irland, Schweden und Großbritannien – erkennen den EFP noch immer nicht vollständig an. Sie fordern weiterhin die Verwendung eines zusätzlichen, im Vorfeld eines jeden Gastbesuches eines Jägers oder Sportschützens in das jeweilige Land auszustellenden Dokumentes – ein Dokument, für das der Besucher nicht nur zu zahlen hat (und zwar relativ viel) sondern auch, wie im Fall Irlands und bis vor kurzem auch in Großbritannien, zur Erlangung dieser Sondergenehmigung das Original des EFP einreichen musste (und dabei Gefahr lief, dass dieses offizielle Dokument auf dem Postweg verlorgen geht und vor allem den Jäger daran hindert, von einem Land in ein anderes zu reisen, während die Behörden dieser Länder den EFP für das Genehmigungsverfahren einbehielten).

FACE hatte gegen diese Praxis in Form von Eingaben bei Delegationen und Behördenvertretern dieser drei Länder mit strengeren Auflagen beharrlich protestiert. FACE hat aber auch die Europäische Kommission auf dieses Problem aufmerksam gemacht (vor allem in Form von Parlamentarischen Anfragen). FACE ist der Meinung, dass diese Praktiken unvereinbar sind mit dem eigentlichen Ziel der Feuerwaffenrichtlinie, nämlich die Bewegungsfreiheit von Menschen, in diesem Falle Jäger und Sportschützen, innerhalb des Binnenmarktes zu erleichtern. Darüberhinaus stellen sie absolut keinen Mehrwert für die öffentliche Sicherheit dar und gestalten das Leben gesetzestreuer Jäger und Sportschützen, die in diese Länder reisen, unnötig kompliziert.

Es scheint, als ob die Botschaft nun in Großbritannien – zumindestens teilweise - verstanden wurde. Obwohl bei der Einreise nach Großbritannien immer noch eine gesonderte, durch Sicherheitsbehörden ausgestellte, britische Besuchergenehmigung vor der Gestattung der Einreise nach Großbritannien erforderlich ist, hat das britische Innenministerium das britische Schusswaffengesetz aus dem Jahre 1988 nun dahingehend geändert, dass vom 1. Oktober 2011 an bei Reisen nach England, Wales und Schottland (die Änderung gilt nicht für Nordirland) bei der Beantragung der britischen Besuchergenehmigung nurmehr die Vorlage einer Kopie des EFP alternativ zur Übersendung des Originals erforderlich ist. Wir hoffen, dass im Gefolge dieser Änderung schließlich dann auch eine vollständige Aufhebung dieser strengen Auflagen, einschließlich dem Erfordernis einer gesonderten Besuchergenehmigung, für alle drei Länder erfolgt und der EFP endlich in allen Mitgliedstaaten der EU vollständig anerkannt wird.